Zeit / 15

Wolkenloser Nachthimmel mit vollem Mond – ein grandioser Anblick. Und so vergänglich. Kein Vergleich mit der Sonne. Kaum merklich verschieben sich die Auf- und Untergänge, so wie ihre Erscheinung mehr oder weniger steil am Zenit. Und doch gleicht kein Tag dem anderen. Aus menschlicher Sicht scheint all dies berechenbar, kalkulierbar. Jedoch lassen wir uns von Sonnenstürmen überraschen, staunen über Springfluten, welche durch bestimmte Mondstände ausgelöst werden. Schlafen mehr oder weniger gut, sind fitter oder schleppen uns durch so manchen Tag.Der Rhythmus der Natur scheint einerseits so offensichtlich zu sein und andererseits so leicht zu umgehen. Hätten wir sonst Kalender, deren Tage sich nach einer konstruierten Zeit richten, statt nach tatsächlichen Tages- und Nachtzeiten? Klar, sie dienen der Vereinfachung des Alltags, Verabredungen lassen sich offenbar leichter einhalten, wenn sich alle nach der gleichen Uhrzeit richten. Und doch ist es ein grosser Unterschied, ob ich im Sommer morgens um 6 Uhr meinen Tag beginne oder im Winter. Unser Biorhythmus und zu guter letzt unsere Gesundheit zollen den Tribut an die moderne Zeit. Maschinenzeitalter nennen wir das und sind noch stolz darauf…. Der volle Mond am Himmel erinnert mich daran. Dreizehn mal im Jahr.

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