Zeit / 16

Vollmond – kaum ein Drama kommt ohne ihn aus. Mystisches Schauspiel am nächtlichen Himmel, am eindrucksvollsten, wenn ab und zu eine düstere Wolke ihn kurzfristig verdeckt. Jetzt im Sommer steht er so flach am Nachthimmel, dass er direkt auf mein Bett scheint. An Schlaf ist kaum zu denken. Unruhige Träume suchen mich heim.

Die Welt scheint sich bezüglich der Wirkung des Vollmondes auf uns Menschen in zwei Lager zu teilen. Da werden Statistiken erstellt, die widerlegen sollen, dass in Vollmondnächten die meisten Kinder geboren werden, die meisten Morde begangen werden, die Zugänge in die Psychiatrie sich häufen. Meiner Meinung nach können wir heute kaum unverfälschte Einflüsse des Mondes auf uns Menschen wissenschaftlich nachweisen, weil so viel künstliche Konkurrenz den Nachthimmel erhellt. Jedes helle Licht lässt die Wachmacherhormone in uns ansteigen, egal ob vom vollen Mond oder der Strassenbeleuchtung. Licht macht wach und Dunkelheit macht müde. Lichtverschmutzung wird das inzwischen benannt, was einst zur Sicherheit der Dörfer und Städte gedacht war. Selbst aus dem Weltraum sind die Ballungsgebiete an ihrer Helligkeit zu erkennen. Nehmen Menschen in Großstädten überhaupt wahr, wie und wo der Mond steht? Und wie wirkt sich das auf ihr Wohlbefinden aus? Das wären doch spannende Forschungsfragen, oder? Wirkt das, was da ist, was ich aber nicht wahrnehme, stärker auf das Unterbewusstsein aus, als das was mir bewusst ist?

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