Zeit / 19

Zeitqualität. Dieser Begriff kam mir in den Sinn, als ich mich auf das  heutige Jahreskreisfest „Schnitterin“ vorbereitete. Jahreskreis meint, dass sich die Erde einmal komplett auf ihrer Umlaufbahn um die Sonne bewegt. Unsere Vorfahren beobachteten dies anhand der Länge der Schatten und teilten den Kreis zunächst in Viertel zu je zwei Zeitpunkten mit dem längsten bzw. kürzestem Schatten und zwei gleichlangen Schatten. Wir kennen diese unter den Begriffen Wintersonnenwende, Sommersonnenwende, Frühlings- und Herbsttagundnachtgleiche. Jedes Viertel nochmals halbiert ergibt die acht Markierungen des Jahreskreises. Heute befinden wir uns auf halbem Weg zwischen Sommersonnenwende und Herbsttagundnachtgleiche. Es ist dies die Hauptzeit für die Getreideernte, daher der Name „Schnitterin“. Das Wetter ist günstig, die reifen Halme zu schneiden. Hochsommer eben. Es ist auch das „Fest des ersten Brotes“.

Wollen wir uns in diese natürlichen Rhythmen bewusst einklinken, ist es günstig, etwas zu ernten, den perfekten Trennungsschnitt zu wagen. Nicht zu früh zu ernten und nicht zu spät. Warten wir zu lange, sind die Mühen umsonst gewesen. Ernten wir zu früh, weil wir vielleicht zu ungeduldig oder zu gierig sind, ist das Erntegut unreif. Es ist eine hohe Kunst, den richtigen Zeitpunkt für das Schneiden zu finden. Heute ist ein guter Tag, mich zu fragen, was in meinem Leben reif für die Ernte ist. Welche „alten Zöpfe“ ich abschneiden möchte, welches Gut meines Lebens zur Ernte reif ist.

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